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Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Ablauf und Kosten

Von Gas auf Wärmepumpe: Ablauf des Heizungstauschs, realistische Kosten, Förderung und was das Heizungsgesetz für Ihre Gasheizung bedeutet.

Redaktion Wärmepilot Veröffentlicht am 3. Juli 2026

Die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe kostet komplett installiert meist 28.000 bis 40.000 Euro, inklusive Demontage der alten Heizung und typischer Anpassungen wie Heizkörpertausch oder Pufferspeicher. Mit der KfW-Förderung, die beim Ersatz einer mindestens 20 Jahre alten, noch funktionierenden Gasheizung bis zu 70 Prozent abdecken kann, sinkt Ihr Eigenanteil häufig auf 12.000 bis 20.000 Euro.

Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Was die Kosten insgesamt ausmachen

Wer eine bestehende Gasheizung durch eine Wärmepumpe ersetzt, zahlt für mehr als nur das neue Gerät. Zur reinen Wärmepumpe kommen die Demontage des alten Gaskessels, unter Umständen die Stilllegung des Gasanschlusses und je nach Gebäude verschiedene Umfeldmaßnahmen hinzu. Genau diese Zusatzposten werden in vielen ersten Kostenschätzungen unterschlagen und sorgen später für böse Überraschungen.

Wie hoch die Gesamtkosten am Ende ausfallen, hängt vor allem von drei Faktoren ab: dem gewählten Wärmepumpen-Typ, dem energetischen Zustand des Gebäudes und der Frage, ob die vorhandenen Heizkörper weiterverwendet werden können. In einem gut gedämmten Haus mit größeren Heizkörpern bleiben Sie eher im unteren Bereich der Preisspanne, im unsanierten Altbau mit kleinen Heizkörpern eher im oberen. Einen ersten Anhaltspunkt für Ihr eigenes Gebäude liefert der Wärmepumpe-Kosten-Rechner.

Wichtig ist außerdem der Blick auf die Förderung, denn beim Umrüsten von einer bestehenden Gasheizung greift ein Fördermechanismus, der bei einem Neubau oder beim Austausch einer bereits erneuerbaren Heizung nicht zur Verfügung steht. Dazu später mehr im Abschnitt zum Klimageschwindigkeitsbonus.

Relevant ist die Frage nach den Kosten auch deshalb, weil das Gebäudeenergiegesetz (GEG) den Betrieb bestehender Gasheizungen nicht von heute auf morgen beendet. Eine funktionierende Gasheizung dürfen Sie weiterhin nutzen, eine pauschale Austauschpflicht gibt es nicht. Erst mit der kommunalen Wärmeplanung, die in Großstädten ab Mitte 2026 und in kleineren Kommunen ab Mitte 2028 greift, verändern sich die Rahmenbedingungen für neu eingebaute Heizungen spürbar. Wer schon jetzt plant, statt erst auf eine gesetzliche Frist zu warten, hat die freie Wahl zwischen mehreren Fachbetrieben und die volle Förderkulisse zur Verfügung.

Komplettkosten im Überblick: Wärmepumpe, Demontage und Umfeldmaßnahmen

Die folgende Tabelle zeigt die typischen Kostenblöcke einer Umrüstung im Einfamilienhaus mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe, der in der Praxis häufigsten Lösung. Die Spannen sind bewusst breit, weil jedes Gebäude anders ausgestattet ist.

KostenpositionKostenspanne
Wärmepumpe (Gerät und Installation)27.000 - 35.000 €
Demontage der alten Gasheizung500 - 1.500 €
Stilllegung Gasanschluss / Hausanschluss (falls gewünscht)300 - 800 €
Heizkörpertausch oder -optimierung2.000 - 6.000 €
Pufferspeicher1.000 - 2.500 €
Elektrik-Anpassung (Zählerschrank, Starkstromanschluss)800 - 2.000 €
Gesamtkosten (Richtwert)ca. 31.600 - 47.800 €

Nicht jedes Projekt braucht alle Positionen in voller Höhe. Wenn die Heizkörper bereits großzügig dimensioniert sind oder eine Fußbodenheizung vorhanden ist, entfällt der Heizkörpertausch fast vollständig. Wenn der Zählerschrank bereits für einen separaten Wärmepumpentarif vorbereitet ist, sparen Sie sich die Elektrik-Anpassung. Für eine erste realistische Einschätzung Ihres eigenen Falls lohnt sich der Förderung-Check, da er die Kosten direkt mit Ihrem persönlichen Fördersatz verrechnet.

Im Altbau mit besonders ungünstiger Ausgangslage, etwa kleinen Heizkörpern in Kombination mit einem schlecht gedämmten Gebäude, kann die Gesamtsumme auch über die genannte obere Spanne hinausgehen. Wie stark sich diese Faktoren im Bestand auswirken, erläutert der Ratgeber zur Wärmepumpe im Altbau im Detail.

Wer statt einer Luft-Wasser-Wärmepumpe eine Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde einplant, muss zusätzlich mit den Kosten für die Erdsondenbohrung rechnen, die je nach Grundstück und Genehmigungslage variieren. Diese Variante liegt inklusive Erschließung meist bei 35.000 bis 45.000 Euro, ist dafür im Betrieb häufig etwas effizienter als die Luft-Wasser-Variante. Die Demontage der alten Gasheizung und die übrigen Umfeldmaßnahmen fallen bei beiden Wärmepumpen-Typen in ähnlicher Höhe an, der Unterschied liegt vor allem in der Erschließung der Wärmequelle.

Alte Gasheizung und Gasanschluss stilllegen: Diese Kosten kommen hinzu

Der Rückbau der alten Gasheizung gehört zu jeder Umrüstung dazu und wird von den meisten Fachbetrieben direkt mit angeboten. Für Demontage des Kessels, Entsorgung und die anschließende Reinigung des Aufstellraums müssen Sie mit 500 bis 1.500 Euro rechnen. Der Schornsteinfeger nimmt die neue Anlage ab und meldet gleichzeitig die Außerbetriebnahme der alten Feuerstätte, was in der Regel nur eine geringe Gebühr kostet.

Weniger bekannt ist, dass der Gasanschluss selbst nach dem Umstieg meist weiterbesteht, solange Sie ihn nicht aktiv kündigen und stilllegen lassen. Eine reine Stilllegung, bei der der Anschluss unterbrochen, aber nicht komplett entfernt wird, kostet je nach Netzbetreiber häufig einige hundert Euro. Ein vollständiger Rückbau des Hausanschlusses inklusive Entfernung der Leitung bis zur Grundstücksgrenze ist aufwendiger und kann deutlich teurer werden, ist aber in den meisten Fällen auch nicht zwingend notwendig.

Ob sich eine vollständige Stilllegung für Sie lohnt, hängt auch davon ab, ob Sie den Gasanschluss als Rückfalloption behalten möchten, etwa für eine spätere Hybridlösung oder falls das Grundstück verkauft wird und der Käufer andere Pläne hat. Klären Sie die genauen Kosten und Fristen direkt mit Ihrem örtlichen Netzbetreiber, da sich die Praxis von Region zu Region unterscheidet.

Ein weiterer Aspekt spricht mittelfristig für den Rückbau: Der CO2-Preis auf fossile Brennstoffe steigt im nationalen Emissionshandel (BEHG) auf einem festgelegten Pfad und wechselt ab 2027 in den europäischen Emissionshandel ETS2. Ein bestehender Gasanschluss, den Sie ungenutzt weiterlaufen lassen, verursacht zwar keine direkten CO2-Kosten mehr, bindet aber unter Umständen einen Grundpreis beim Netzbetreiber. Rechnen Sie diesen Grundpreis in Ihre Entscheidung mit ein, wenn Sie abwägen, ob sich eine Stilllegung für Sie zeitnah lohnt oder ob Sie den Anschluss vorerst ruhen lassen.

Typische Umfeldmaßnahmen beim Wechsel von Gas auf Wärmepumpe

Neben Wärmepumpe und Demontage entscheidet vor allem das Zusammenspiel von Heizkörpern, Pufferspeicher und Elektroinstallation darüber, wie reibungslos und wie teuer die Umrüstung am Ende wird.

Heizkörper: Austausch oder Optimierung

Wärmepumpen arbeiten am effizientesten bei niedrigen Vorlauftemperaturen von idealerweise unter 40 Grad. Viele Gasheizungen wurden dagegen mit Auslegungstemperaturen von 55 bis 70 Grad geplant, entsprechend knapper sind die vorhandenen Heizkörper dimensioniert. In der Praxis reicht oft der Austausch einzelner, besonders kleiner Heizkörper gegen größere Modelle oder Niedertemperatur-Heizkörper mit Gebläseunterstützung, ein kompletter Tausch im ganzen Haus ist eher die Ausnahme.

Ein hydraulischer Abgleich gehört bei geförderten Projekten inzwischen praktisch immer dazu und sorgt dafür, dass jeder Heizkörper die richtige Wassermenge erhält. Er kostet je nach Anzahl der Heizkörper 500 bis 1.500 Euro und ist in der Kostenposition Heizkörpertausch bereits mit eingerechnet.

Pufferspeicher: Wann er nötig wird

Ein Pufferspeicher entkoppelt die Wärmepumpe von kurzfristigen Wärmeanforderungen und reduziert die Anzahl der Start- und Stoppvorgänge, was Verschleiß und Stromverbrauch senkt. Bei kompakten Geräten ist häufig bereits ein kleiner Puffer integriert, bei größeren Häusern oder einer getrennten Warmwasserbereitung kommt meist ein zusätzlicher Speicher für 1.000 bis 2.500 Euro hinzu. Ob ein separater Puffer sinnvoll ist, klärt der Fachbetrieb im Rahmen der Heizlastberechnung.

Elektrik: Zählerschrank und Starkstromanschluss

Eine Wärmepumpe benötigt in der Regel einen eigenen Stromkreis und häufig einen separaten Zähler, um von einem günstigeren Wärmepumpentarif zu profitieren. Gerade bei Gasheizungen, deren Elektroinstallation nie auf einen zusätzlichen Großverbraucher ausgelegt war, reicht der vorhandene Zählerschrank oft nicht aus. Eine Erweiterung kostet meist 800 bis 2.000 Euro, hinzu kommt gegebenenfalls die Herstellung eines Starkstromanschlusses, falls dieser noch nicht vorhanden ist.

Prüfen Sie vor der Angebotseinholung, ob Ihr Hausanschluss die zusätzliche Leistung überhaupt hergibt. Bei älteren Anschlüssen ist mitunter eine Anpassung durch den Netzbetreiber notwendig, was zusätzliche Vorlaufzeit in Ihre Planung einfließen lassen sollte.

Ablauf: Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten in 6 Schritten

Von der ersten Idee bis zur laufenden Wärmepumpe vergehen realistisch 4 bis 8 Monate. Die folgende Reihenfolge hat sich in der Praxis bewährt:

  1. Erstberatung und Heizlastberechnung (2 bis 3 Wochen). Ein Fachbetrieb oder Energieberater ermittelt den tatsächlichen Wärmebedarf Ihres Hauses und prüft, ob Ihre Heizkörper ohne Anpassung weiterverwendet werden können.
  2. Angebote einholen und vergleichen (3 bis 4 Wochen). Holen Sie mindestens zwei bis drei Angebote unabhängiger Betriebe ein und achten Sie darauf, dass alle dieselbe Leistung, denselben Gerätetyp und dieselben Zusatzleistungen enthalten.
  3. Förderantrag stellen und KfW-Zusage abwarten (4 bis 8 Wochen). Der Antrag muss zwingend vor Vertragsunterschrift mit dem Fachbetrieb gestellt werden, erst nach Erhalt der Zusage darf der Auftrag verbindlich vergeben werden.
  4. Vertragsunterschrift und Bestellung (Lieferzeit 6 bis 12 Wochen). Je nach Gerätemodell und Auslastung des Herstellers schwankt die Lieferzeit spürbar, bei gefragten Modellen sollten Sie realistisch mit der oberen Spanne rechnen.
  5. Installation und Demontage der alten Gasheizung (1 bis 2 Wochen Bauzeit). In dieser Phase wird der alte Kessel ausgebaut, die Wärmepumpe installiert und die Umfeldmaßnahmen wie Heizkörpertausch oder Elektrik-Anpassung umgesetzt.
  6. Inbetriebnahme, Abnahme und Verwendungsnachweis. Nach der Inbetriebnahme durch den Fachbetrieb und der Abnahme durch den Schornsteinfeger reichen Sie den Verwendungsnachweis bei der KfW ein, damit die Fördersumme ausgezahlt wird.

Wer diesen Zeitplan kennt und frühzeitig startet, vermeidet Zeitdruck kurz vor dem Ausfall der alten Heizung und behält die volle Kontrolle über Angebotsvergleich und Förderantrag.

Klimageschwindigkeitsbonus: 20 Prozent Extraförderung für den Gasheizungs-Tausch

Genau für den Fall, der in diesem Artikel behandelt wird, also den Austausch einer bestehenden, noch funktionierenden Gasheizung, hält die KfW-Förderung einen speziellen Baustein bereit: den Klimageschwindigkeitsbonus. Er bringt 20 Prozentpunkte zusätzliche Förderung, wenn Sie eine funktionstüchtige Öl-, Gas-, Kohle- oder Nachtspeicherheizung ersetzen, die mindestens 20 Jahre alt ist, und die Immobilie selbst nutzen.

Kombiniert mit den übrigen Bausteinen des KfW-Programms 458 “Heizungsförderung für Privatpersonen” ergibt sich Stand Juli 2026 folgendes Bild:

  • Grundförderung: 30 Prozent für alle förderfähigen Antragsteller
  • Klimageschwindigkeitsbonus: 20 Prozent zusätzlich beim Tausch einer funktionstüchtigen, mindestens 20 Jahre alten Gasheizung, nur für Selbstnutzer
  • Einkommensbonus: 30 Prozent zusätzlich bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 40.000 Euro, nur für Selbstnutzer
  • Effizienzbonus: 5 Prozent zusätzlich bei natürlichem Kältemittel wie R290 oder bei Nutzung von Erd- oder Wasserwärme

Die Summe ist gedeckelt bei 70 Prozent von maximal 30.000 Euro förderfähigen Kosten für die erste Wohneinheit, was einem maximalen Zuschuss von 21.000 Euro entspricht. Für darüber hinausgehende Kosten steht zusätzlich ein Ergänzungskredit bis 120.000 Euro zur Verfügung. Entscheidend ist dabei ein Punkt, der leicht übersehen wird: Der Klimageschwindigkeitsbonus setzt voraus, dass die alte Heizung zum Zeitpunkt der Entscheidung noch funktioniert. Wer wartet, bis die Gasheizung defekt ist, riskiert damit unter Umständen genau diesen Bonus.

Details zu allen Fördervoraussetzungen und dem genauen Ablauf der Antragstellung finden Sie in der Detailübersicht zur KfW-Förderung, eine Prüfung Ihrer persönlichen Fördersumme ermöglicht der Förderung-Check.

Rechenbeispiel: Jetzt umrüsten oder warten, bis die Gasheizung ausfällt?

Viele Eigentümer schieben die Entscheidung auf, solange die alte Gasheizung noch läuft. Ein Vergleich zeigt, warum das finanziell riskant sein kann. Als Beispiel dient eine 22 Jahre alte, noch funktionstüchtige Gasheizung mit Gesamtkosten der Umrüstung von 32.000 Euro.

KriteriumJetzt planen (Heizung funktionstüchtig)Warten bis zum Defekt (Havarie)
Vorlaufzeit für Entscheidung3 bis 4 Monate für Angebote, Antrag und Lieferungwenige Tage bis Wochen
Klimageschwindigkeitsbonusanwendbar, da Heizung noch funktionstüchtigfraglich, da Heizung bereits ausgefallen
Angebotsvergleichmehrere Angebote möglich, Preisvorteil realistischoft nur ein kurzfristig verfügbarer Betrieb
Übergangslösung nötigneinhäufig ja, etwa mobile Heizgeräte
Beispiel-Fördersatzbis zu 70 % (inkl. Klimageschwindigkeitsbonus)ggf. nur 30 bis 50 % (ohne Klimageschwindigkeitsbonus)
Eigenanteil bei 32.000 € Gesamtkostenca. 9.600 €ca. 16.000 bis 22.400 €

Der Unterschied liegt allein an der Möglichkeit, den Klimageschwindigkeitsbonus zu sichern, weil die Heizung im geplanten Szenario noch als funktionstüchtig gilt. Kommt der Zeitdruck einer Havarie hinzu, sinkt zusätzlich die Wahrscheinlichkeit, das günstigste Angebot zu bekommen, weil weder Zeit für einen Vergleich noch für eine sorgfältige Heizlastberechnung bleibt. Mit dem Wärmepumpe-Kosten-Rechner lässt sich dieses Rechenbeispiel mit den Daten Ihres eigenen Hauses durchspielen.

Hybridheizung als Zwischenschritt

Nicht jeder ist bereit oder in der Lage, sofort komplett auf eine Wärmepumpe umzusteigen, sei es aus finanziellen Gründen, wegen der Heizkörpersituation oder weil die Elektrik noch nicht vorbereitet ist. In solchen Fällen ist eine Hybridheizung eine sinnvolle Zwischenlösung: Die Wärmepumpe übernimmt den Großteil der Heizlast, der bestehende Gaskessel springt nur an besonders kalten Tagen oder als Redundanz ein.

Der große Vorteil liegt darin, dass Sie den Gasverbrauch bereits deutlich senken, ohne alle Heizkörper sofort tauschen zu müssen, und trotzdem einen Teil der Fördervorteile mitnehmen können. Gerade wenn die Elektrik noch nicht für eine vollwertige Wärmepumpe ausgelegt ist oder das Budget aktuell nicht für die komplette Umrüstung reicht, überbrückt eine Hybridlösung diese Phase, ohne dass Sie auf spätere Förderungen oder einen vollständigen Umstieg verzichten müssen. Wie eine Hybridheizung konkret funktioniert, welche Kosten sie verursacht und für wen sie sich eignet, lesen Sie im Ratgeber zur Hybridheizung.

Checkliste: Ist die Umrüstung jetzt sinnvoll für Sie?

Bevor Sie sich für den kompletten Umstieg entscheiden, lohnt sich der Blick auf folgende Punkte:

  • Alter der Gasheizung: Ist sie bereits 20 Jahre oder älter und läuft noch zuverlässig, sichert Ihnen genau dieser Umstand den Klimageschwindigkeitsbonus und damit die höchste erreichbare Fördersumme.
  • Heizkörpersituation: Sind bereits große Heizkörper oder eine Fußbodenheizung vorhanden, sinken die Umfeldkosten spürbar, weil ein kompletter Heizkörpertausch entfällt oder deutlich kleiner ausfällt.
  • Budget und Eigenkapital: Reicht Ihr Eigenkapital für den Eigenanteil nach Förderung aus, oder benötigen Sie zusätzlich den KfW-Ergänzungskredit, um die Finanzierungslücke zu schließen?
  • Elektrik-Anschluss: Gibt Ihr Hausanschluss die zusätzliche Leistung für die Wärmepumpe her, oder ist vorab eine Anpassung durch den Netzbetreiber notwendig, die zusätzliche Vorlaufzeit kostet?
  • Fördervoraussetzungen: Nutzen Sie die Immobilie selbst und liegt Ihr zu versteuerndes Haushaltseinkommen im Rahmen für den Einkommensbonus, oder entfällt dieser Baustein in Ihrem Fall?
  • Zeitplan: Können Sie realistisch 4 bis 8 Monate Vorlauf einplanen, oder steht ein kurzfristiger Ausfall der alten Heizung bereits erkennbar im Raum, sodass rasches Handeln gefragt ist?
  • Gasanschluss: Möchten Sie den Anschluss nach der Umrüstung vollständig stilllegen lassen, oder als Rückfalloption für eine spätere Hybridlösung vorerst bestehen lassen?

Wer diese Punkte für sich beantwortet hat, kann mit einer realistischen Erwartungshaltung in die Angebotseinholung starten. Wärmepumpen-Experten in Ihrer Region helfen dabei, die Antworten mit einer konkreten Heizlastberechnung zu untermauern, eine Übersicht finden Sie unter Standorte.

Fazit: Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten lohnt sich mit Plan

Die Umrüstung von Gasheizung auf Wärmepumpe ist finanziell dann am attraktivsten, wenn sie geplant statt erzwungen erfolgt. Wer eine noch funktionierende, mindestens 20 Jahre alte Gasheizung rechtzeitig ersetzt, sichert sich den Klimageschwindigkeitsbonus und damit einen deutlich niedrigeren Eigenanteil als jemand, der bis zum Defekt wartet und unter Zeitdruck entscheiden muss.

Rechnen Sie mit Gesamtkosten von 28.000 bis 40.000 Euro für Wärmepumpe, Demontage und typische Umfeldmaßnahmen, und mit einem Eigenanteil, der nach Förderung häufig deutlich darunter liegt. Wer sich nicht sofort für den kompletten Umstieg entscheiden kann oder will, findet in der Hybridheizung einen realistischen Zwischenschritt, der den Gasverbrauch bereits spürbar senkt.

Nutzen Sie den Wärmepumpe-Kosten-Rechner und den Förderung-Check, um Ihre persönliche Situation zu prüfen, und lassen Sie sich von geprüften Wärmepumpen-Experten in Ihrer Region konkret beraten, bevor Sie sich festlegen. Eine rechtzeitige, gut vorbereitete Entscheidung bringt Ihnen in aller Regel mehr Förderung, mehr Auswahl an Fachbetrieben und deutlich weniger Zeitdruck als eine Umrüstung, die erst durch einen Defekt der alten Gasheizung erzwungen wird.

FAQ

Häufige Fragen: Gasheizung auf Wärmepumpe umrüsten: Ablauf und Kosten

Komplett installiert liegen die Kosten meist bei 28.000 bis 40.000 Euro, je nach Wärmepumpen-Typ, Gebäudezustand und nötigen Umfeldmaßnahmen. Darin enthalten sind Gerät, Installation, Demontage der alten Gasheizung sowie typische Anpassungen wie Heizkörpertausch oder Pufferspeicher. Mit Förderung sinkt der Eigenanteil in vielen Fällen auf 12.000 bis 20.000 Euro.

Ja, sofern Ihre Gasheizung zum Zeitpunkt des Austauschs noch funktionstüchtig ist und mindestens 20 Jahre alt ist. Der Bonus bringt 20 Prozentpunkte zusätzliche Förderung, gilt aber nur für Selbstnutzer der Immobilie. Stand Juli 2026 lässt sich der Bonus mit Grundförderung, Einkommensbonus und Effizienzbonus kombinieren.

Eine gesetzliche Pflicht zur sofortigen Stilllegung besteht in der Regel nicht, viele Netzbetreiber verlangen aber eine Meldung, wenn kein Gas mehr bezogen wird. Ein vollständiger Rückbau des Hausanschlusses ist optional und mit weiteren Kosten verbunden. Prüfen Sie die genauen Bedingungen direkt bei Ihrem örtlichen Netzbetreiber.

Realistisch sollten Sie 4 bis 8 Monate einplanen, von der Erstberatung über Angebotsvergleich und Förderantrag bis zur Installation und Inbetriebnahme. Lange Lieferzeiten bei einzelnen Gerätemodellen oder eine hohe Auslastung der Fachbetriebe können diesen Zeitraum verlängern. Wer frühzeitig plant, vermeidet Zeitdruck kurz vor dem Ausfall der alten Heizung.

Dann fehlt in der Regel die Zeit für einen sorgfältigen Angebotsvergleich und einen rechtzeitig gestellten Förderantrag vor Vertragsunterschrift. Zusätzlich ist fraglich, ob der Klimageschwindigkeitsbonus noch greift, weil er an eine zum Austauschzeitpunkt funktionstüchtige Heizung geknüpft ist. Eine geplante Umrüstung vor dem Defekt sichert Ihnen daher in vielen Fällen finanzielle Vorteile.

Eine Hybridheizung kombiniert Wärmepumpe und bestehenden Gaskessel und eignet sich für Gebäude, bei denen ein vollständiger Umstieg aktuell nicht möglich oder nicht gewünscht ist. Sie senkt den Gasverbrauch bereits deutlich, ohne dass Heizkörper sofort komplett getauscht werden müssen. Mehr dazu im Ratgeber zur Hybridheizung.

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